Die Krise als Chance nutzen:
Interview mit Stefan Pierer

Corona, Kurzarbeit, Infektionszahlen: Diese Begriffe zählen gefühlt zu den meist gesagten im Jahr 2020. Die globale Pandemie hat dieses Jahr die Wirtschaft vor einige Herausforderungen gestellt. Grund zum Jubeln gab es trotzdem, denn die diesjährige MotoGP-Saison ist die erfolgreichste in der Konzerngeschichte von Pankl. Wir haben Stefan Pierer, Vorstandsvorsitzender KTM AG, zum Interview getroffen und mit ihm über das spannende Jahr 2020 gesprochen.

I: Trotz „Corona“ ist die heurige MotoGP-Saison für KTM ein voller Erfolg: Zuerst der Sieg in Brünn und dann auch noch beim Heimrennen in Spielberg – wie schwierig war es, dieses historische Ergebnis zu erreichen?

Schnell fahren hat nichts mit Corona an sich zu tun. In der MotoGP-Wertung gab es eine halbjährliche Verschiebung, die Rennen finden wegen den Reisebeschränkungen nur in Europa statt. Es waren die Anfangsjahre für uns sehr mühevoll – einerseits als Newcomer in der Rennklasse, andererseits durch Verletzungen der Fahrer im letzten  Jahr. Unser Ziel war es, spätestens in unserem 5. Moto GP Jahr Siege einzufahren. Mit den kürzlichen Erfolgen ist uns dies schon ein Jahr früher gelungen, zudem konnten wir sogar einen Heimsieg verbuchen. Gefehlt haben aber natürlich die Menschen vor Ort. Es wäre schön gewesen, diesen Triumph gemeinsam mit über 200.000 Fans in Spielberg zu feiern.

I: In wieweit hat hier die Zusammenarbeit mit Pankl zu diesem Erfolg beigetragen?

Man muss dazu sagen, dass Pankl nicht irgendein Player in dem Bereich ist, sondern der weltgrößte Zulieferer von Motorsportkomponenten für die Auto- und Motorradindustrie. In jedem MotoGP-Bike ist Pankl zu finden – dies ist ein Garant dafür, dass höchste Performance möglich ist. Bei der Entwicklung hat man durch die Gruppen- bzw. Familienmitgliedschaft eng zusammengearbeitet. Pankl hat, vor allem auf der Motorenseite, maßgeblich zu unserem diesjährigen Erfolg beigetragen.

I: Was bedeuten MotoGP-Erfolge für das Geschäft?

Die MotoGP-Serie für die Motorradindustrie ist so etwas, wie die Formel 1 für die Autoindustrie. Wenn man um eine Podiumsplatzierung mitfährt ist es ein Zeichen dafür, dass man in der Technologie eine sehr große Kompetenz aufweist und in der Entwicklung sehr fortschrittlich ist. Natürlich ist die Teilnahme in so einer Rennserie nicht gerade günstig. Hier muss man schon eine Größenordnung aufweisen und viel Power haben, aber als größter Motorradhersteller Europas war es für uns als KTM eine wichtige Entscheidung,  in dieser Rennklasse teilzunehmen.

I: Wie sieht Ihre Prognose für KTM hinsichtlich MotoGP aus?

In der Rennserie müssen wir das Jahr 2020/21 als kompiliertes Jahr betrachten. Alle Teilnehmer haben sich am Anfang der Pandemie geeinigt, technologische Entwicklungen einzufrieren. Das bedeutet, das Bike, das wir nächstes Jahr auf der Strecke sehen werden, wird jenes sein, was derzeit gefahren wird – mit wenigen Anpassungen. Da sowohl unsere Motorräder als auch unsere Fahrer dieses Jahr sehr gut sind, fahren wir heuer ja bereits um den Sieg mit. Unser nächstes großes Ziel ist ganz klar ein WM-Titel.

(c) KTM

I: KTM hat die Kurzarbeit besonders früh beendet: Was sind, Ihrer Meinung nach, wichtige Faktoren, um diese Pandemie zu bewältigen und gestärkt daraus hervor zu gehen?

Die Pandemie hat unsere Wachstumszahlen im motorisierten Zweirad – sowohl E-Bike als auch Motorrad – deutlich in die Höhe getrieben. Das hat uns wirtschaftlich in eine gute Situation gebracht. Der Produktionsstillstand bei KTM kam damals nicht wegen fehlender Nachfrage, sondern durch die Unterbrechung der Lieferkette aus Spanien und Italien, daher ist es momentan die größte Herausforderung, diese beizubehalten. Durch den erhöhten Absatz müssen wir dafür sorgen, Qualität und Timing bei den geforderten Stückzahlen aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund haben wir seit Mitte Mai bereits über 150 neue Mitarbeiter eingestellt und sind auf der Suche nach weiteren 200.

Die erhöhte Nachfrage merkt man auch im Getriebewerk bei Pankl, wo mittlerweile wieder die Vollauslastung herrscht und die Kurzarbeit ebenfalls beendet werden konnte. Für uns ist die Krise eine extreme Chance, die wir nutzen, um Marktanteile dazu zugewinnen. Zudem konnte die SHW in den letzten Wochen wichtige Projekte akquirieren und hat in nächster Zeit spannende Aufträge vor sich, weshalb sich die Umsätze schneller erholt haben, als erwartet.

I: Bundeskanzler Kurz hat in seiner Ansprache zur Lage der Nation das „Licht am Ende des Tunnels“ auf Herbst 2021 angepeilt. Worauf müssen wir uns im Konzern in den nächsten 365 Tagen einstellen?

In der Krise ist es uns gelungen, einige neue Mitarbeiter aufzunehmen. Worauf sich diese einstellen können ist, dass wir – vor allem im stärker getroffenem Automotive-Bereich – in der Lage sein werden, mit all unseren Mitarbeitern durch dieses Tal zu gehen. Zudem sind die ersten positiven Zeichen für die Zukunft hier und da zu sehen. Zusätzlich werden uns in den nächsten Monaten im Pankl-SHW-Konzern einige Akquisitionsmöglichkeiten geboten werden. Dennoch wird es nicht einfach, da es viele Kunden in der Autoindustrie gibt, denen es selbst aktuell nicht so gut geht. Aber ich bin da sehr zuversichtlich. Wir müssen die Krise als eine Chance sehen!

(c) KTM

Das Wichtigste ist und bleibt der professionelle Umgang mit der Pandemie. Es ist eine Infektionskrankheit, wobei eine Infektion nicht sofort heißt, dass man krank ist oder Symptome aufweist. Man muss vorsichtig sein – wir im Konzern nehmen die empfohlenen Maßnahmen sehr ernst; sei es Abstand halten, Hände waschen oder Masken tragen. Jede Pandemie ist – wenn man in der Geschichte zurückblickt – auch wieder zurückgegangen oder verschwunden. Wir müssen uns an das „neue“ Leben gewöhnen, wobei ich der Meinung bin, dass man in solch einer schwierigen Situation nicht Angst, sondern Zuversicht verbreiten sollte.

I: Wann erfolgt der Baustart für das Aerospace-Werk in Kapfenberg?

Der Termin für den Spatenstich wurde bereits fixiert und findet am 30.10. statt. Die Bauzeit, so prognostiziert, wird ungefähr eineinhalb Jahre betragen.

I: Sie haben ein großes Immobilien-Projekt in Kapfenberg gestartet. Was entsteht da genau?

Beim Objekt handelt es sich um das in den 70er Jahren erbaute Hochhaus an der „Rio-Kreuzung“. Diese Immobilie haben wir von der GEMYSAG übernommen und werden diese revitalisieren. Das Ziel des Projekts ist es, hochqualitativen Wohnraum in guter Lage für Mitarbeiter in Kapfenberg zu schaffen.

I: Abschließend: Möchten Sie noch etwas mitteilen?

Im Rennsport schaut man immer nach vorne und nicht zurück. Ich bin zuversichtlich, dass wir als Konzern gemeinsam gestärkt aus der Krise gehen und möchte mich bei allen für das Verständnis und die Mithilfe in dieser schwierigen Zeit bedanken.

I: Vielen Dank für das Interview.

Lehre bei Pankl
Mit High Tech, High Speed und High Quality ins Berufsleben

2020 haben 25 Lehrlinge bei Pankl ihre Karriere gestartet, die meisten davon im Bereich Metalltechnik/Zerspanungstechnik. Trotz – oder gerade wegen – der vorherrschenden Unsicherheiten haben sich unsere neuen Lehrlinge für eine Lehre bei Pankl entschieden. Denn hier wird ihnen nicht nur ein spannendes Tätigkeitsfeld geboten, sondern auch ein sicherer Arbeitsplatz nach der LAP. „Als zukunftsorientiertes Unternehmen ist uns die Ausbildung unserer künftigen Fachkräfte sehr wichtig. Zusätzlich zu einem spannenden Job nach der Lehre haben unsere Lehrlinge jederzeit die Möglichkeit, verschiedene Bereiche kennenzulernen und sich auch in verschiedene Richtungen weiter zu entwickeln.“, betont Christoph Prattes, COO. Neben der fachlichen Ausbildung nehmen Unternehmenskultur, Teamwork und die Arbeitsatmosphäre einen sehr hohen Stellenwert bei Pankl ein.


Lehre bei Pankl

Pankl bietet ein breites Ausbildungsspektrum an: Man kann verschiedene Berufe erlernen – von Zerspanungstechniker/in, über Betriebslogistiker/in bis hin zu Koch/Köchin bieten wir eine große Berufspalette an. Neben der guten technischen Ausstattung gibt es für jeden Lehrling einen zugeschnittenen Lehrplan und eigens geschulte und erfahrene Lehrlingsausbilder. „Wir sind stolz, dass sich aus unseren Lehrlingen sehr gute Facharbeiter entwickeln, die sich auch nach ihrer Ausbildung selbstständig weiterbilden. Das bedeutet, dass wir mit unserem Ausbildungsansatz etwas richtig machen.“, erklärt Christian Tesch, Ausbildungsleiter für den Bereich Metalltechnik. „Wir sind als Unternehmen in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Ein treibender Faktor war sicher, dass wir schon immer auf die qualitativ hochwertige Ausbildung unserer Lehrlinge gesetzt haben, um diese dann nach der Lehre im Unternehmen zu halten.“ Aktuell beschäftigt Pankl Racing Systems über 100 Lehrlinge und zählt als staatlich geprüfter Ausbildungsbetrieb somit zu einem der größten Ausbildner in der Region.


Traumjob Zerspanungs- und
MetalltechnikerIn

Von all den ausgeschriebenen Lehrstellen hatte der Bereich Zerspanungstechnik/Metalltechnik die meisten weiblichen Bewerbungen erhalten. „Es freut uns sehr, dass immer mehr Mädchen ihren Traumjob in der Technik finden. Aktuell beschäftigen wir bei Pankl über 30 weibliche Zerspanungs- und Metalltechnik-Lehrlinge – Tendenz jährlich stark steigend!“, so Harald Egger, Head of Human Resources. Immer mehr Mädchen entscheiden sich zu einem handwerklichen Beruf, der ihnen Spaß macht und ihr technisches Talent fördert.


Lehre vs. Schule: Welche Vorteile bietet die Lehre?

Für Jugendliche, die ein handwerkliches Geschick aufweisen, bietet die Lehre eine unglaubliche Chance, ihre Talente schon früh in ihrem Job auszuleben und weiter zu entwickeln. Diese bildet ein gutes Grundgerüst, worauf die berufliche Karriere weiter aufgebaut werden kann. Bei Pankl ist zum Beispiel die Lehre mit Matura eine Option, aber kein Muss. Somit entscheidet man im Laufe seiner Karriere, in welchem Bereich man sich lieber weiterentwickeln möchte und kann dort sogar schon eine solide Berufserfahrung nachweisen. Zusätzlich haben Lehrlinge bei Pankl die Möglichkeit, im firmeninternen „Lehrlingscollege“ verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten zu nützen.

Lehrlinge im Bereich Zerspanungstechnik bei Pankl Racing Systems AG


Starte jetzt deine Karriere mit einer Lehre bei Pankl Racing Systems

Künftige Lehrlinge können sich jetzt schon für das nächste Lehrjahr bewerben. Unter pankl.com/lehrlinge findet man alle Infos zu den einzelnen Lehrstellen. Für Fragen zur „Karriere mit Lehre“ bei Pankl Racing Systems steht Lehrlings-Recruiterin Melissa Salchenegger (career@pankl.com) gerne zu Verfügung.

Starte noch heute deine „Karriere mit Lehre“ und bewirb dich jetzt für deinen Traumjob bei der Pankl Racing Systems AG!

Pankl Erfolgsstory:
Vom Zerspanungstechniker zum Staatsmeister

Im Alter von vier Jahren saß Nico bereits auf seinem ersten Moped, mit fünf ist er schon Rennen um die Staatsmeisterschaft gefahren. Das Benzin im Blut kommt nicht von irgendwo: Bereits sein Opa und Papa waren viel auf zwei Rädern unterwegs. Uns erzählt Nico heute, warum er sich für eine Lehre als Zerspanungstechniker bei Pankl entschieden hat und wie er 2019 Superbike-Staatsmeister wurde.

Warum hast du die Lehre als Zerspanungstechniker gewählt?

Damals wusste ich, dass ich gerne eine Lehre absolvieren möchte, die bestenfalls etwas mit Motorsport zu tun hat. Mit der Firma Pankl bin ich öfters durch das Motorradfahren in Berührung gekommen. Ich bin sehr froh, dass ich damals eine Lehre zum Zerspanungstechniker machen konnte – einen Plan B hatte ich damals nicht, weil ich einfach zu Pankl wollte.

Nico Thoeni Zerspanungstechniker bei Pankl

Was gefällt dir am Unternehmen Pankl?

Für mich ist das Motorradfahren mehr als nur ein Hobby – es ist meine Leidenschaft. In den Jahren bei Pankl wurden mir nie Steine in den Weg gelegt; ich wurde ermutigt meiner Leidenschaft nachzugehen. Denn diese ist es, die mich antreibt und auch das Unternehmen. Zusätzlich habe ich in meiner Lehrzeit sehr viel über Motoren gelernt – welche Komponenten wie gemeinsam wirken, welche Optimierungen man hier vornehmen kann und vieles mehr. Dieses Wissen gepaart mit dem Teamwork auf der Strecke kann bei stressigen Renn-Situationen helfen Probleme zu beheben.

Wie sieht die Trainings-Woche eines Superbike-Staatsmeisters aus?

Unter der Woche zählt Sport zu meinem Alltag. Mit dem Schichtmodell bin ich da oft flexibel und kann mir den Sport auswählen, der für mich gerade passt. An ein bis zwei Wochenenden im Monat geht es dafür immer an den Ring: Meist fahre ich mit meinem Team zum Pannonia-Ring oder Red-Bull-Ring. Im Motorsport ist es wichtig, dass man langatmigen Sport, wie Rennradfahren, integriert um nicht nur den Körper, sondern auch die Konzentration trainiert.

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Was war bisher dein coolstes Erlebnis?

Mein coolstes Erlebnis war auf jeden Fall der Staatsmeistertitel 2019 in der Klasse Superbike. Vor allem, weil die Meisterschaft erst im letzten Rennen entschieden wurde – war also eine sehr spannende Saison. Zudem bin ich 2019 mein erstes 24-Stunden-Rennen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Bol’Dor (Frankreich) gefahren.

Was mich persönlich bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft – im Gegensatz zu Sprint-Rennen – fasziniert, ist die Teamarbeit, denn da fahren nämlich 3 Fahrer mit dem selben Motorrad. Einerseits muss man sich als Fahrer auf ein fremdes Bike einstellen, andererseits sind die Motorräder dabei 24 Stunden im Einsatz. Was diese technisch aushalten müssen, ist unglaublich.

Welche Tipps hast du für alle, die auf der Suche nach ihrem Traumjob sind?

Ganz wichtig ist, dass man auf sich selbst hört und sich für einen Beruf entscheidet, der einem Spaß macht. Erst dann hat man glaube ich das Gefühl, den richtigen Beruf gefunden zu haben. Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, ein Praktikum oder einen Schnuppertag zu machen. Das sollte man auch nützen, weil man da sieht, ob die Arbeit oder Firma zu einem passt oder nicht.

Bisherige Erfolge im Überblick:

:: 3 Staatsmeister-Titel Minibike
:: 2 Vizeeuropameister-Titel Minibike
:: 3. Platz Europameisterschaft Minibike
:: 2008-2009 Teilnahme im Red Bull MotoGP Rookiescup (beste Platzierung P5)
:: Platz Ducati Challenge Austria
:: Staatsmeister Klasse Superbike
:: Platz Alpe Adria Klasse Superbike

Lieber Nico, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die kommende Saison!

Pankl Kolben:
Der Unterschied führt oft zum Sieg

In den letzten 20 Jahren haben wir mit ihm die Weltmeisterschaften aller wichtigen Rennserien der Welt gewinnen können: Die Rede ist vom Kolben. Er ist wohl eines der wichtigsten Teile im Motor, denn er verwandelt die Verbrennungsenergie in mechanische Arbeit. Das passiert durch eine Explosion des Sauerstoff-Kraftstoffgemischs im Zylinder. Deshalb ist es vor allem im Rennsport wichtig, einen verlässlichen Partner zu haben, der mit einem qualitativ hochwertigen Produkt zur Seite steht.

Aller Anfang ist schwer

Angefangen mit dem Produkt „Pleuel“, hat Pankl im Jahr 1998 beschlossen, dass es mehr qualitativ-hochwertige Pankl-Motorkomponenten im Racing- und High-Performance-Bereich braucht. Dieser Bereich wurde in Bruck an der Mur implementiert. Damals noch ohne große Erfahrung, hat man mit Hilfe von Experten angefangen intern Know How aufzubauen und hat sich dabei auch auf externen Support gestützt. Mittlerweile blicken wir auf über 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurück und können unseren Kunden, gemeinsam mit dem Pleuel und dem Bolzen, ein Komplettpaket an leistungsrelevanten Bauteilen für ihre Fahrzeuge anbieten – und das aus einer Hand. Als One-Stop-Shop ist es uns, gemeinsam mit zuverlässigen Partnern, auch möglich, dass wir uns von einem weißen Blatt Papier ausgehend, um den gesamten Kurbeltrieb zu kümmern.

Von der Zeichnung bis zum fertigen Kolben

Anfangen wird jedes Kundenprojekt gleich: Nämlich mit einem weißen Blatt Papier. Auf Basis der uns zur Verfügung gestellten Motordaten konstruieren, berechnen und simulieren wir den für den jeweiligen Kunden optimalen Kolben. Um unseren Kunden eine hohe Designentwicklungsfrequenz zu ermöglichen, fertigen wir auf Wunsch erste Prototypen auf unserer Fast-track-Linie und das in kürzester Zeit. Ein hohes Maß an Flexibilität der gesamten Organisation macht es für den Kunden möglich, dass Design Optimierungen zum spätest möglichen Zeitpunkt noch einfließen können, nicht selten sogar erst, wenn die Fertigung bereits gestartet wurde.

Bis hin zur Serienfertigung haben unsere Kunden somit einen kompetenten und verlässlichen Partner an ihrer Seite. Unsere Produktionsstätte ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und bildet heute ein wichtiges Standbein am Standort Bruck an der Mur. Im Kolben-Bereich werden die Bauteile auf modernsten Maschinen bearbeitet, um das Optimum in jeglicher Hinsicht herauszuholen.

Forschung & Entwicklung

After-Sales-Service ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Kolben-Bereichs. Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, die Bauteile nach deren Einsatz an uns zurück zu schicken, um sie anschließend in unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu analysieren. Dabei begutachten wir den Kolben sehr genau und achten auf viele Details, wie z.B. dem Schliffbild oder den Ringnut- und Nabenverschleiß. Das ermöglicht uns, noch besser zu werden und unsere Produkte weiter zu optimieren.

Mittlerweile verlassen jährlich rund 30.000 Kolben unseren Standort und werden zu verschiedenen, namhaften Kunden geliefert. Jedoch bedeutet diese Zahl für Pankl nicht, dass wir uns auf den bereits gefeierten Erfolgen ausruhen! Mental bereiten wir uns schon auf die nächsten Herausforderungen vor und freuen uns schon darauf, immer besser zu werden.

IndyCar-Serie fährt erstmalig mit additiv gefertigten Aeroscreens

Die IndyCar-Rennserie hat als erste Formel-Serie weltweit eine Schutzscheibe. Diese ist dazu da, um den Fahrer vor herumfliegenden Trümmerteilen zu schützen. Der HALO-Bügel dafür wurde von Pankl additiv in Kapfenberg hergestellt.

Die IndyCar-Rennserie zeichnet sich durch eher gerade Rennstrecken aus, die mit sehr hoher Geschwindigkeit befahren werden. Dabei erreichen die Fahrzeuge oftmals eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h. Um den Fahrern bei diesen extremen Geschwindigkeiten besseren Schutz zu bieten, wurde von der Red Bull Advanced Technologies (RBAT) ein HALO-Bügel mit einer Schutzscheibe entworfen. Um diese neue Form der Sicherheit auch streckentauglich zu machen, musste ein verlässlicher Produktionspartner her, der die Teile auch schnell produzieren konnte. Deshalb griffen die Designer auf die Methode der additiven Fertigung zurück und Pankl wurde als Tier-1-Lieferant ausgewählt.

Deshalb setzt IndyCar bei ihrem Halo-Bügel auf Additive Manufacturing

Eine der größten Vorteile des Additive Manufacturing ist die Flexibilität, die man vor allem bei Formen und Geometrien hat. Durch das Verfahren ist es uns bei Pankl möglich, auf verschiedenste Wünsche einzugehen. Beim Aeroscreen haben wir es zudem auch geschafft, dass wir das Gewicht auf 12,25 Kilogramm reduzieren – was natürlich essentiell im Motorsport ist. Dennoch ist das Teil stabil, hält den Gegebenheiten auf der Rennstrecke stand und das obwohl die Spitzengeschwindigkeiten oftmals 300 km/h betragen!

Ein zusätzlicher Vorteil der additiv gefertigten Teile ist auch die zeitliche Komponente: Jede Komponente wurde gefertigt, intern geprüft und danach professionell zusammengeschweißt, da der HALO-Bügel nicht in einem Guss gedruckt wird, sondern aus einigen Teilen besteht, die nachträglich zusammengebracht werden.

Das ganze Projekt war für uns sehr spannend, da wir dabei nicht nur erstmalig eine Sicherheitskomponente für den Motorsport in der additiven Fertigung produziert haben, es gab auch einen sehr straffen Terminplan, den wir mit verschiedenen externen Partnern koordiniert haben. Nichtsdestotrotz hat das Ganze sehr viel Spaß gemacht und es ist ein tolles Gefühl, dass wir mittels unserer In-House-Technologie nicht nur zur Schnelligkeit, sondern auch zur Sicherheit der Fahrer in der IndyCar-Rennserie beitragen können. Zudem wurde uns für dieses gemeinsame Projekt der Louis-Schwitzer-Award 2020 verliehen.

So funktioniert die additive Fertigung

Meistens werden Formen aus einem Material-Blog ausgeschnitten oder in Formen gegossen, woraus fertige Teile entstehen. Bei der Additiven Fertigung funktioniert die Produktion etwas anders: Hierbei werden Bauteile aus einem Pulver Schicht für Schicht – also additiv – aufeinandergereiht, mittels Energie (wie z.B. elektronischem Laser) zusammengedrückt, um so fest zu werden. Danach kommt die nächste Schicht Pulver auf die Oberfläche und das Prozedere beginnt von vorne. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Teil quasi fertig „gedruckt ist“. Dadurch, dass die zwei-dimensionalen Layer auf der x-Achse nacheinander aufgereiht werden und wachsen, wird diese Fertigungstechnologie auch gerne „3D-Druck“ genannt.

Da die Produktion Schicht für Schicht erfolgt, ist es wichtig, dass die Zeichnung des additiv gefertigten Produkts von den Konstrukteuren auch Schicht für Schicht im CAD-Programm angelegt wird. Nach der Produktion wird das fertige Teil mittels eines bestimmten Saugers abgesaugt und dann intern bei Pankl in der Qualitätssicherung überprüft.

Welche Vorteile bieten additiv gefertigte Produkte?

Der wohl größte Vorteil dieser Produktionstechnik ist die fast unendliche Möglichkeit, der vielen Formen und Geometrien, die mit dieser Technik hergestellt werden können. Zudem gibt es auch die Option, Bauteile innen hohl zu gestalten und trotzdem eine funktionale Stabilität zu gewährleisten. Dies ist vor allem für den Motorsport relevant, da durch diesen Herstellungsvorgang eine Gewichtsreduktion beim Fahrzeug möglich ist. Zudem können kleine Stückmengen ohne hohe Vorlaufs-Kosten oder zusätzlich anzuschaffende Formen schnell produziert werden. Genau aus diesen Vorteilen wurde Pankl mit der Herstellung des HALO-Bügels beauftragt.

Das Additive Manufacturing Competence Center bei Pankl

Gemeinsam mit den Unternehmen EOS und Böhler haben wir bei Pankl im High Performance-Werk ein Competence-Center errichtet, welches mit Maschinen für die Additive Fertigung ausgestattet ist. und auch mit dem Zertifikat EN9100 ausgezeichnet wurde. Weltweit gibt es nur wenige Unternehmen, die in der metallischen additiven Fertigung tätig sind und diese Fertigungstechnologie anbieten.

Racing with Corona: Die Zukunft des Motorsports

2020 beherrscht vor allem ein Thema die ganze Welt: Die Rede ist von Corona. Auch hierzulande hat die globale Pandemie nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Motorsport fest im Griff. Wir haben mit Wolfgang Plasser, CEO von Pankl Racing Systems, gesprochen und ihn gefragt, wie sich Racing bei Pankl weiterentwickeln wird.

I: Herr Plasser, inwiefern spürt Pankl die globale Pandemie im Motorsport?

Die Auswirkungen spüren wir nicht nur hinsichtlich der Vorsichtsmaßnahmen, Abstandsregeln und überdurchschnittlich hoher Home-Office-Tätigkeiten, sondern auch im Umsatz. Im Motorsport wurden die Reglements für nächstes Jahr eingefroren. Für die Rennställe bedeutet diese Entscheidung, dass hier weniger Entwicklungsarbeit stattfinden kann. Und da wir mit unseren Kunden auch auf dieser Ebene sehr viel und sehr eng zusammenarbeiten, werden wir kommende Saison das sehr spüren. Deshalb setzen wir in dieser Zeit sehr auf Forschung & Entwicklung, um dann, wenn es darauf ankommt, unseren Kunden unsere High-Tech-Produkte in High Quality mit High Speed liefern zu können. Wie Sie sehen, leben wir unser Firmenmotto auch in schwierigen Zeiten.

Mag. Wolfgang Plasser, CEO

I: Abseits von Corona wurde im Rennsport immer wieder das Thema „Budget Caps“ aufgegriffen und wird nun kommende Saison in Kraft treten. Wie bereitet sich Pankl darauf vor?

Nun, der Rennsport-Markt per se wächst seit 15 Jahren nicht mehr. Deshalb war es, und wird es uns in Zukunft wichtig sein, dass wir unseren Kunden einen echten Nutzen bieten. Im Endeffekt geht es im Racing um die Performance: Der Schnellste gewinnt. Mit diesem Ziel vor Augen wollen wir als Unternehmen innovativ sein, um Lösungen anzubieten, die unsere Kunden zu den Schnellsten in ihrer Klasse machen.

I: Wie wird sich der Motorsport aus Ihrer Sicht für den Zuschauer bzw. Fan verändern? Werden z.B. Geisterrennen zur Normalität?

Aktuell ist geplant, dass ab Herbst bereits erste Rennen mit Zuschauern stattfinden werden – natürlich mit genügend Abstand, Desinfektionsmittel und Maske. Dennoch ist und bleibt das Fernsehen, das wichtigste Medium für den Motorsport, denn den Überblick über die Geschehnisse auf der Strecke hat man ja dort am besten.

Wie es mit dem Sport per se weitergeht, kann man so nicht prognostizieren. Den Rennsport gibt es schon seit 3000 Jahren und wird es auch immer geben. Es werden nur immer wieder die Gegebenheiten adaptiert. Dadurch war er schon immer ein Sport der Anpassungen. Was am Ende des Tages aber zählt, ist der Sieg, wodurch wir als Partner unserer Kunden uns den Gegebenheiten anpassen müssen, flexibler zu werden, um die gewünschte Schnelligkeit zu garantieren.

Alles in allem wird sich die Menschheit an Corona gewöhnen müssen. Es wird an besseren Behandlungsmöglichkeiten gearbeitet, eine Medikation wird dafür auch in nächster Zeit entwickelt werden. Wir bei Pankl arbeiten nicht um Corona herum, sondern leben damit; mit dem obersten Ziel unsere MitarbeiterInnen und unsere Mitmenschen so gut wie möglich zu schützen.

I: Herr Plasser, vielen Dank für die spannende Diskussion zu diesem Thema!