Pankl Racing Systems beliefert seit vielen Jahren Kunden aus dem Rennsport- und dem Luxusautomobilbereich. Ein Grund dafür ist die kontinuierliche Investition in den Ausbau der Prüftechnologien. Neben Prüf- und Testständen für Fahrwerkskomponenten sowie Simulationen im Bereich der Motorenkomponenten hat sich Pankl zunehmend auf die Prüfung von Materialien unterschiedlicher Hersteller spezialisiert – mit dem Ziel, validierbare Ergebnisse für Konstruktion und Berechnung zu liefern.
Von der materialprüfung auf die Straße
Der Auftragsprozess ist meist derselbe: Der Kunde beauftragt Pankl mit der Berechnung, Konstruktion, Fertigung und Prüfung eines Produkts. Je nach Fahrzeug, Modell oder Marke legt ein Lastenheft die Anforderungen an das Bauteil fest. In jedem Konstruktions- und Fertigungsschritt fließt aktuelles Know-how aus Forschung und Entwicklung in die Produkte ein. Am Standort Bruck an der Mur erfolgt deshalb vor jedem Einsatz eines Materials eine Materialprüfung bei der Anlieferung: Der Rohstoff wird unter definierten Temperaturen – bis zu 500 bis 600 Grad Celsius, wie sie auch im Motor auftreten können – dynamisch belastet. Die Ergebnisse werden dokumentiert und fließen in die weitere Berechnung und Auslegung der Bauteile ein. Standardprodukte gibt es bei Pankl entsprechend nicht: Jedes Projekt wird auf Basis aktueller Erkenntnisse neu konstruiert.
Dynamisch im Labor und auf der Straße
Jedes Serienpleueldesign und auch viele Kolbendesigns werden getestet, um den Fertigungsprozess und die Motordaten abzuprüfen. Die Prüfmaschinen simulieren dabei unter anderem den Motorlauf. Die Maschinen sind sogenannte Resonanzprüfmaschinen jene sich die Eigenfrequenz zu Nutze machen. Dadurch wird trotz der aufgebrachten Belastung – jene bei 60 bis 82 Hertz bei großen Maschinen, und bis zu 200 bis 300 Hertz bei kleinen Maschinen – nur wenig Energie zur Prüfung benötigt. Die geprüften Bauteile werden zusätzlich mit Öl gekühlt, um eine Eigenerwärmung durch die Prüfung zu vermeiden.

Die Prüfdauer orientiert sich an der späteren Nutzungsdauer: Ein Pleuel für ein High-Performance-Fahrzeug wird unter Volllast rund 200 Stunden getestet, was einer Laufleistung in etwa von 200.000 Kilometern entspricht.
Prüfung als Sicherheitsnachweis
Die Prüfung des Eingangsmaterials und der fertigen Komponenten dient zwei Zwecken: Sie sichert die Qualität der Bauteile und dient als Sicherheitsnachweis. Automobilhersteller im Luxussegment müssen nämlich nachweisen können, dass alle verbauten Komponenten nach definierten Kriterien entsprechend geprüft wurden. Damit wird sichergestellt, dass in der Konstruktion keine Fehler übersehen werden – insbesondere im High-Performance-Sektor ist dieser Nachweis Voraussetzung. Auch während der laufenden Serienproduktion werden, vor allem bei Prozessänderungen, die Teile stichprobenartig immer wieder geprüft.

Qualität als Investition
Die kontinuierliche Investition in Prüftechnologien wirkt sich direkt auf die Qualität der Produkte aus. Durch die systematische Prüfung und die Rückführung der Ergebnisse in Konstruktion und Berechnung stellt Pankl sicher, dass Kunden zuverlässige, den Anforderungen entsprechende Bauteile erhalten.
FAQ:
Warum prüft Pankl Materialien bereits bei der Anlieferung?
Damit wird sichergestellt, dass jeder eingesetzte Rohstoff den Anforderungen entspricht, bevor er in die Konstruktion einfließt. Die Ergebnisse der Materialprüfung bilden die Grundlage für Berechnung und Auslegung der Bauteile.
Was unterscheidet die Prüfung von Pleuel und Kolben von der Materialprüfung?
Bei fertigen Pleuel und Kolben wird nach der Fertigung das Bauteil unter simulierten Motorlaufbedingungen getestet. Die Materialprüfung erfolgt unabhängig davon bereits am Rohstoff, vor dessen Verarbeitung. Diese stellt sicher, dass die Bauteile bestmöglich konstruiert und gefertigt sowie an die Anforderungen angepasst werden.
Wie lange dauert die Prüfung eines Pleuels?
Die Prüfdauer orientiert sich an der späteren Nutzungsdauer. Zum Beispiel wird ein Pleuel für ein High-Performance-Fahrzeug (Luxusauto) unter Volllast rund 200 Betriebsstunden getestet, was einer Laufleistung von in etwa 200.000 Kilometer entspricht.
Warum wird mit Öl gekühlt?
Die Ölkühlung verhindert eine Eigenerwärmung der Bauteile durch die Prüfung selbst, sodass die Testergebnisse die tatsächliche Belastung widerspiegeln.
Welche Rolle spielt die Prüfung als Sicherheitsnachweis?
Automobilhersteller im Luxussegment müssen nachweisen können, dass alle verbauten Komponenten definierten Kriterien entsprechend geprüft wurden. Die Prüfung bei Pankl dient somit auch als Nachweis gegenüber Kunden, insbesondere im High-Performance-Sektor.
Werden auch Bauteile aus laufender Serienproduktion geprüft?
Ja, vor allem bei Prozessänderungen während der laufenden Serienfertigung werden Teile geprüft, um die Qualität kontinuierlich sicherzustellen.













